Was meinst, Du? Wie viele Schubkarren voll Geld müsste man heute vor Dir ausschütten, damit Du den Mut hättest zu kündigen und das Thema Karriere für immer abzuhaken?

„Jedenfalls mehr als ich je sparen könnte!“ wird Dir vielleicht als Erstes einfallen. Viele Menschen rufen bei dieser Frage vollkommen übertriebene Hausnummern auf. Zehn Millionen. Oder nicht gleich 50? Jedenfalls nicht unter fünf, soviel ist klar.

Als ich neulich zu einem guten Kollegen meinte, „wenn morgen zwei Millionen aus der letzten Lottoziehung auf meinem Konto landen würden, wäre das mein letzter Tag als Angestellter. Am nächsten Tag würde ich nochmal mit einem Karton Sekt unterm Arm zum Abschiedsumtrunk kommen. Das war´s dann. Wirklich.“ Auch jetzt merke ich, wie mir dieser Gedanke schon wieder ein zufriedenes Lächeln auf mein Gesicht zaubert.

Nach der Meinung meines Kollegen wären zwei Millionen Euro zu wenig. Schließlich hätte ich voraussichtlich noch gute fünf Jahrzehnte vor mir. Dann wäre noch eine Familie zu gründen und zu versorgen. Meine Kinder werden natürlich alle studieren. Und wenn man mal ein gesundheitliches Problem hat? Am Ende meines Geldes, so mein Kollege, müsste jedenfalls noch jede Menge Leben übrig sein! Und dann?

Tatsächlich wären die zwei Millionen der Startschuss in ein stressfreies Leben ohne Tretmühle. Natürlich wäre ein solches Sümmchen nicht das Ticket nach Monaco, wo Du künftig die meiste Zeit auf Deiner Fünfzig-Meter-Yacht zwischen Oligarchen und Supermodels verbringst. Aber zwei Millionen Euro werfen richtig angelegt auf magische Weise derart viele Kapitalerträge ab, dass diese lockerflockig reichen, um einen überdurchschnittlichem Lebensstandard frei von finanziellen Sorgen bis ans Ende aller Tage zu genießen.

Und seien wir doch mal ehrlich: Wäre nicht auch der Lebensstandard der Mittelschicht geradezu paradiesisch, wenn er nur frei vom Stress der Vollzeit-Office-Woche wäre?

Überhaupt wird die Bedeutung von Luxus überschätzt. Die besonderen, unnötigen Anschaffungen sollen uns belohnen für das, was wir die ganze Zeit über so aushalten. Aber würden wir uns diese Dinge auch kaufen, wenn das Aushalten vorbei wäre? Bei mir läuft es auf einen Mix hinaus. Ich reise gerne, gehe gerne ins Restaurant und habe leider eine Leidenschaft für schöne Autos. Wenn Du vom letztgenannten Fieber bisher nicht gepackt wurdest, Glückwunsch. Autos sind ein wahrer Vermögensfresser. Wer in diesen dann doch nur ein Fortbewegungsmittel sieht, kann Tonnen von Geld sparen und dem Hamsterrad früher Lebewohl sagen. Anders als der Autoenthusiast, der für seine Leidenschaft noch ein paar extra Runden im Büro drehen muss.

Auch deutlich weniger als unsere durchaus willkommenen zwei Lottomillionen wären schon genug für die Hängematte. Am Ende kommt es auf Deine Ansprüche und Deine Antwort auf die Frage an, was Du Dir für ein erfülltes Leben wirklich wünscht.

Der eine will mit der gewonnenen, gefühlt unendlichen Freizeit kostspielige Hobbies pflegen, die Welt bereisen (nicht Backpacking), sich ein Segelboot kaufen oder mit dem Porsche (Minimum!) über die Straßen der Cote d`Azur brausen.

Der Andere wird für die Aussicht auf ein stressfreies Leben vielleicht sogar bereit sein auf ein Auto zu verzichten und kostengünstige Hobbies bevorzugen oder die Zeit mit seiner Familie und mit Freunden genießen wollen. Wie gesagt, befinde ich mich hier irgendwo zwischen diesen Extremen. Jedenfalls würde ich nicht gänzlich mit dem Arbeiten aufhören, bis mein Vermögen mir einen überdurchschnittlichen Lebensstandard ermöglicht und trotzdem immer weiter wächst. Zum Thema Raus aus der Tretmühle gibt es in den USA eine ganze early retirement Szene, die Teil eines weiteren Blogartikels sein wird, genauso wie die Frage, ob man deren Konzept auch in Deutschland umsetzen kann.

Es lohnt sich sehr darüber nachzudenken, wie Du Dir Dein Leben nach dem Angestellten-Job vorstellst

Dieses Gedankenspiel kann wirklich Spaß machen und vielleicht wirst Du Dich selbst dabei besser kennenlernen. Außerdem kannst Du herausfinden, was für Dich wirklich wichtig ist und was Du brauchst um glücklich zu sein. Das sind manchmal ganz andere Dinge als wir sie jetzt in unserem Leben vorfinden. Vielleicht ist es ja auch an der Zeit, den einen oder anderen Punkt im Hier und Jetzt bereits zu ändern.

Ist Dir vielleicht folgendes Sprichwort bekannt: „Lieber mit dem Fahrrad zum Strand, als mit dem Benz ins Büro“? Dabei muss es nicht auf ein Entweder-oder hinauslaufen. Am besten würde uns doch „mit dem Benz zum Strand gefallen“, oder nicht? Mir gefällt dieser Spruch aber weil er uns darüber nachdenken lässt, was die eigenen Prioritäten im Leben sind.

Soweit so gut. Nun setze ich aber noch eins drauf: Ich würde von den zwei Millionen überhaupt nichts ausgeben

Was würde ich stattdessen tun? Das Gegenteil von dem, was die meisten in so einer glücklichen Situation anstellen: Meinen Lebensstandard zunächst beibehalten, keine großen Anschaffungen tätigen und natürlich: Investieren!

Einer der größten Irrtümer wenn es um Vermögen geht, ist die Annahme man dürfte von diesem etwas ausgeben. Der kluge Investor wird den Vermögensstamm jedoch nicht antasten. Tatsächlich wird er von seinem Vermögen immer nur einen Teil die Kapitalerträge, die es abwirft, für sich verwenden. In der Phase des Vermögensaufbaus entnehme ich überhaupt keine Erträge, um den Zinseszinses optimal für mich zu nutzen. Ein großer Schneeball nimmt beim Rollen eben deutlich mehr Schnee auf als ein kleiner, der erst noch anwachsen muss. Je schneller wir gerade am Anfang unseren Schneeball groß bekommen, desto mehr Schnee wird er mit jeder weiteren Umdrehung für uns aufnehmen.

Ein gut angelegtes Depot kann ohne Probleme Renditen zwischen 8 bis 10% pro Jahr erzielen

Dies ist die historisch belegte Rendite großer Aktienindizes während vergangener Jahrzehnte, mit der wir auch in Zukunft rechnen können. Natürlich wird man nicht jedes Jahr die 8 bis 10% einstreichen können. Ein bisschen Ausdauer und Geduld wirst Du schon mitbringen müssen. Es wird auch Zeiten mit Verlusten geben und genauso fantastisch gute Jahre mit hohen zweistelligen Renditen. Schau Dir doch mal die jährliche Performance des DAX seit 2009 an. Sicher, vorher hat es natürlich auch ordentlich geknallt und die Kurse waren auf Talfahrt. Wichtig ist am Ende aber doch, was unterm Strich durchschnittlich für Dich dabei herausspringt. Man muss eben genug Zeit mitbringen, also einen langfristigen Anlagehorizont haben. Das ist es dann auch schon.

Warren Buffet, der größte Investor aller Zeiten, hat über Jahrzehnte Renditen von über 20% pro Jahr erwirtschaftet. Seine Anlagestrategie des Value Investings hat sich am Markt als die beste langfristig ausgerichtete Börsenstrategie überhaupt durchgesetzt. Zwar sollten wir uns nicht einbilden, es locker mit dem größten Investor aller Zeiten aufnehmen zu können. Aber was für Buffet funktioniert hat, wird im Prinzip auch für uns funktionieren. Und außerdem: Viel wichtiger als die perfekte Strategie ist, dass Du Dich für eine Strategie entscheidest, welche sich in der Praxis bereits erfolgreich bewährt hat und diese dann auch bis zum Ende durchhältst. In kommenden Beiträgen werde ich Dir einige dieser Strategien vorstellen. Denkbar sind auch mehrere parallele Strategien. Hauptsache ist, dass Du jede einzelne davon eiskalt durchziehst ohne mit der Wimper zu zucken.

Das meiste Geld wird an der Börse nämlich dann verdient, wenn man chillt und einfach nichts tut. Und was noch bei jedem Börsencrash bisher stets das Gleiche war, ist die Behauptung, dass diesmal alles anders ist. Es ist nie alles anders. Ökonomische Gesetze sind wie Naturgesetze. Nimm eine bewährte Strategie. Du wirst auf der Gewinnerseite stehen und ordentlich Geld verdienen.

Fazit

Da wir wohl eher nicht auf einen schönen Lottogewinn hoffen sollten, werden wir uns in weiteren Beiträgen auf diesem Blog damit beschäftigen, wie wir unser Geld für uns arbeiten lassen und Stück für Stück ein Vermögen aufbauen. Außerdem wollen wir weitere Einnahmequellen für uns erschließen, welche unseren Vermögensaufbau zusätzlich nach vorne bringen. Und schließlich werden wir uns damit befassen, wie wir auf dem Weg zu unserem Ziel der finanziellen Freiheit auch im Hier und Jetzt Spaß und Freude am Leben haben und motiviert bleiben, um die Herausforderungen, die auf unserem Weg liegen, zu meistern. Denn am Ende ist doch nichts erstrebenswerter ist als ein glückliches und erfülltes Leben. In Zukunft und im Hier und Jetzt.

Wieviel Geld bräuchtest Du, um Deinen Job aufzugeben? Welche Zahl hast Du im Kopf und warum gerade diese?

Was denkst Du über das Sprichwort „Lieber mit dem Fahrrad zum Strand, als mit dem Benz ins Büro“?

Schreibt mir Eure Gedanken in die Kommentare. Ich bin gespannt auf Eure Meinung!

 

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Kategorien: Finanzielles Mindset

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