Ich vermute Du gehörst zur Generation Y

Oder Du teilst zumindest Ihre Ideale. Dabei handelt es sich um die Generation der nach 1980 Geborenen. Das heißt Du bist vermutlich zwischen Anfang 20 und Ende 30, hast eine gute Ausbildung/Studium genossen oder befindest Dich gerade mittendrin. In Deinem Beruf wünschst Du Dir etwas Sinnvolles zu machen, statt nur Papier hin und her zu schieben. Hierarchien sind nicht so wirklich Dein Ding. Und eigentlich möchtest Du statt Dich für eine Karriere abzurackern und ihr alles unterzuordnen lieber eine gute Work Life Balance, die Dir Zeit für Familie, Freunde und Netflix lässt. Und natürlich alles, was Dich sonst noch glücklich macht.

Ich bin mir sicher, diese Generation wird Einiges in der Tretmühle der deutschen Wirtschaft ändern, wenn sie demnächst die Führungsetagen erreicht. Die überholten Ansichten der „Generation-Abrackerer“ werden bald Geschichte sein. Wir sind mittlerweile so produktiv, dass eine Anwesenheit von mindestens 40 Stunden im Büro einfach nicht mehr nötig ist, um die Maschine am Laufen zu halten. War es nicht irgendwo in Skandinavien, wo gerade die 30 Stunden-Woche eingeführt wurde? Mit dem Ergebnis, das die Wirtschaftsunternehmen nichts in ihrer Produktivität eingebüßt haben.

Wer in einem großen Unternehmen arbeitet, den wird das auch nicht wundern. Die Leute freuen sich weniger alberne Facetime machen zu müssen und können lieber fokussiert Ihre Aufgaben durchziehen, voller Vorfreude auf den: Feier-Nachmittag. Wen würde das nicht motivieren? Und wer sollte etwas dagegen haben? Vor allem, wenn die Arbeitsergebnisse in keiner Weise schlechter ausfallen.

Zum eigentlichen Thema: In den USA hat sich in den letzten Jahren eine wachsende Early Retirement Community entwickelt, deren Vertreter im besten Generation Y Alter sind. Also junge Erwachsene, die vielleicht die ersten Berufsjahre hinter sich und dabei erkannt haben, dass das nun doch nicht ernsthaft noch 30 oder schlimmer 40 Jahre so weitergehen kann. Da muss es doch noch mehr im Leben geben als Arbeiten, Rechnungen zahlen, Schlafen und nochmal von vorn! Ziel dieser Community ist, sich so früh wie möglich aus dem Angestelltendasein zu befreien.

Warum ist dies ein Trend aus den USA?

Warum nicht aus – beispielsweise Deutschland? Damit kommen wir zum finanziellen Mindset der meisten Deutschen. Mach Dir mal einen Spaß und verkünde auf der nächsten Party oder beim Mittagessen im Kollegenkreis, dass Du in spätestens 15 Jahren mit dem Arbeiten endlich aufhören wirst. Je früher, desto besser. Ich garantiere Dir, die meisten Deiner Leute werden Dich ungläubig lächelnd angucken als hättest Du endgültig den Verstand verloren. Gut möglich, dass man Dir lachend auf die Schulter klopft und Dir zu diesem grandiosen Joke gratuliert. Zumindest wird man Dich aber nicht ernst nehmen.

Hier zeigt sich das deutlich andere Mindset des Durchschnittsdeutschen

Amerikaner gehen eher davon aus, ihres eigenen Glückes Schmied zu sein. Sie erzählen gerne von ihren Erfolgen und geschäftlichen Ideen, die sie mal erstaunlich naiv, mal clever, in jedem Fall aber selbstbewusster als die Deutschen, anpacken. Erfolg und Reichtum wird weniger beneidet und mehr wertgeschätzt als bei uns. Auch ist es keine Schande mal einen geschäftlichen Misserfolg einzufahren. Man steht wieder auf, berappelt sich und next try!

Der deutsche Michel spielt lieber den Lastesel, der den Karren zieht. Hauptsache alle anderen müssen das gefälligst auch. Er setzt stets auf maximale Sicherheit, zahlt Steuern bis zum Abwinken und hält dabei brav die Klappe, denn ihm geht es ja so gut. Er beneidet aber jeden, der mehr hat als er selbst. Möchte mal jemand aus dem „Das machen doch alle so“ und „Das ist nun mal so“ ausscheren, ohne aber im ersten Anlauf Erfolg zu haben, wird Michel vollkommen erleichtert feststellen: „Das war doch von Anfang an klar, dass das nix wird!“

Und eins ist wirklich klar: So ein typisch deutscher Michel wird Deinen Plan zum frühen Ausstieg aus dem Hamsterrad absolut unverschämt finden

Natürlich gibt es nicht DEN deutschen Michel und nicht DEN Amerikaner. Jeder ist auf seine Weise einzigartig. Auch hier, insbesondere in unserer Generation Y, gibt es immer mehr Menschen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und den Mut haben ausgetretene Pfade verlassen, um ihr Glück auf ihre Weise zu schmieden. Für unseren finanziellen Erfolg legen wir uns aber erstmal lieber das Selbstbewusstsein der Amis als des Michels zu. Sicher ist sicher.

Grundsätzlich lässt sich das Konzept des Early Retirement auch für uns in Deutschland nutzen

Zwar haben die Amerikaner Vorteile bei den Steuern und auch bei der Altersversorge (ja, tatsächlich!). Trotzdem sollten wir bei der Aussicht dem Hamsterrad so früh wie eben möglich zu entkommen, nichts unversucht lassen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir es auch hier schaffen können. Allerdings werden wir in Deutschland wegen der Nachteile bei den Steuern den Aufbau von Nebeneinkommen stärker ins Visier nehmen als unsere amerikanischen Gleichgesinnten.

Auf dem Weg zum Early Retirement werden unterschiedliche Ansätze verfolgt

Manche versuchen das Ganze über extreme Sparsamkeit – Extreme Frugality – zu erreichen. Dabei machen sie es sich zur Aufgabe so wenig wie möglich auszugeben und trotzdem ein glückliches Leben zu führen. Jeder Cent, der übrig bleibt, fließt sofort in die Investments. Andere sind zwar relativ sparsam, ohne aber auf einen gewissen Komfort verzichten zu wollen. Wichtiger ist ihnen vielmehr ihr Einkommen weiter auszubauen oder sogar weitere Einkommensströme aufzubauen. Ich selbst bin eher Anhänger der letzten Richtung, denn ein Bisschen Spaß muss auch im Hier und Jetzt schon sein. Ich habe nur ein Leben und es soll ein schönes sein, ist eines meiner persönlichen Lieblingsmottos. Mit Geld kann man sich zwar kein Glück kaufen, aber Erlebnisse, die glücklich machen. Und das ist am Ende so ziemlich das Gleiche.

Was die Early Retirement Anhänger trotz unterschiedlicher Strategien am Ende alle vereint, ist das Investieren ihrer Ersparnisse, um das Nest Egg wachsen zu lassen. Am besten könnte man das wohl mit Finanzpolster übersetzen. Aber es ist mehr. Das Nest Egg wird am Ende unserer Reise in die finanzielle Unabhängigkeit nicht bloß unser Notgroschen sein. Dort wächst unsere finanzielle Lebensgrundlage heran. Das Geld, das künftig für uns arbeiten wird statt andersherum. Auf der Suche nach einer passenden Bezeichnung wäre mir höchstens „Dukatenscheißer“ eingefallen. Aber wir wollen doch etwas Vornehmeres, nicht wahr? Nennen wir es doch einfach unseren Geldmagneten, was ich für eine sehr gut passende Beschreibung halte. Je größer unser Geldmagnet wird, desto mehr Geld zieht er an und zaubert dabei auch gleich noch ein zufriedenes Lächeln auf unser Gesicht!

Unsere Marschroute auf dem Weg in die finanzielle Freiheit beginnt hier.

 

 

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