Reich werden könnte so einfach sein, gäbe es doch bloß eine Möglichkeit in die Zukunft zu schauen! Ein Orakel, das man befragen könnte. Oder moderner: Eine Anzeigetafel mit grün für rein in den Markt und rot für raus aus dem Markt. Da habe ich eine Lösung für unser Dilemma. Schonmal vom Gebert Indikator gehört?

In diesem Beitrag wollen wir uns mit einer Anlagestrategie befassen, die tatsächlich seit 1995 eine durchschnittliche Rendite von über 17% möglich gemacht hat. Ein paar kleine Abzüge wird man vielleicht wegen der individuellen Transaktionskosten und kleinen Schwankungen bei der Abbildungsgenauigkeit machen können. Diese sind meiner Meinung nach aber nicht die Rede wert. Ich selbst rechne mit 15%. Daher auch die Überschrift. In jedem Fall liegen wir aber deutlich im zweistelligen Bereich, keine Frage.

Der Gebert Indikator funktioniert wie eine Börsenampel auf den DAX

An oder aus, so einfach ist das. Sprich: Kaufen oder verkaufen. Der Gebert Indikator wurde vom Börsenexperten Dr. Thomas Gebert entwickelt und wird meines Wissens seit 1996 veröffentlicht. Seither hat er den Markt um Längen geschlagen. Noch nicht ganz wie Warren Buffet, dafür aber mit einem extrem einfachen System. Die Stärke des Gebert Indikator liegt vor allem darin, wie treffsicher er in der Vergangenheit ein Verkaufssignal vor größeren Börsentalfahrten gegeben hat. Schaut selbst!

Bei grün war man mit dem Gebert Indikator im Markt, bei rot war man draußen

Wie kann man beim Anblick dieser Übersicht etwas anderes fühlen als Dankbarkeit?

Man werfe einen Blick auf den Absturz 1998, den großen Börsencrash 2000 bis 2002, die Talfahrt ab 2007 und den größeren Rücksetzer 2011. In 2008 wäre man übrigens im November wieder eingestiegen bei knapp unter 5000 Punkten. Nicht ganz am Ende der Talfahrt aber den Kursverfall von 8000 bis unter 5000 Punkte hätte man sich gespart.

Damit konnte der Gebert Indikator einen Dax-Investor vor jedem großen Abwärtstrend der letzten 25 Jahre bewahren

Sogar wenn man ihn zurückrechnet, lieferte er auch in der Vergangenheit fantastische Ergebnisse. Dem Börsencrash 1987 hätte man zum Beispiel vollkommen entspannt von der Seitenlinie zuschauen können. Auch hier wäre man rechtzeitig zur Jahresmitte ausgestiegen.

Wie funktioniert der Gebert Indikator?

Der Indikator arbeitet mit einem Punktesystem von 0 bis 4 Punkten. Entscheidende Faktoren für die Punktevergabe sind Inflation, Zinsen, Jahreszeit und der Wechselkurs Euro/Dollar. Für jede der folgenden Fragen, die mit Ja beantwortet werden kann, gibt es einen Punkt. Wird eine Frage mit Nein beantwortet, gibt es dagegen keinen Punkt.

  • Ist die Inflationsrate der Eurozone niedriger als noch vor einem Jahr?
  • War der letzte Zinsschritt der EZB eine Zinssenkung?
  • Steht der Wechselkurs EUR/USD tiefer als vor einem Jahr?
  • Befinden wir uns gerade im Zeitraum November bis April?

Der Punktestand wird jeweils zum Schluss des Monats ermittelt und am ersten Handelstag des Folgemonats umgesetzt. Steht der Gebert Indikator bei 3 bis 4 Punkten, sind wir im Markt (kaufen). Steht er bei 0 bis 1 Punkt sind wir draußen (verkaufen). Bei zwei Punkten bleibt das letzte Signal einfach bestehen.

Damit haben wir ein renditestarkes und in der Umsetzung super einfaches Anlagemodell, welches sich in der Vergangenheit bewährt hat. Was will man mehr? Und dabei brauchen wir uns noch nicht mal die Mühe machen, den aktuellen Punktestand selbst zu ermitteln. Die Jungs vom Daxjäger Blog veröffentlichen regelmäßig zum Monatsbeginn den aktuellen Punktestand und geben auch die Informationsquellen und die historischen Daten seit 1970 an. Dafür vielen Dank!

Und wie sollte es auch anders sein, setzen wir die Kaufsignale des Gebert Indikator mit einem ETF um

Bedeutet: Schaltet der Gebert Indikator auf grün, kaufen wir uns einen ETF aus den DAX. Schaltet der Indikator dagegen auf rot, verkaufen wir den DAX-ETF wieder. Dazu eignen sich zum Beispiel die bereits im Beitrag ETF – Worin soll ich investieren? genannten ETFs auf den Dax:

iShares Core DAX UCITS ETF (DE)

ISIN DE0005933931, WKN 593393

            Vollständige Replikation, thesaurierend, nur 0,16% Gebühr p.a., Wertpapierleihe

 

ComStage DAX TR UCITS ETF

ISIN LU0378438732, WKN ETF001

            Vollständige Replikation, ausschüttend, nur 0,08% Gebühr p.a., keine Wertpapierleihe

 

Darf es auch etwas mehr sein?

Na na, nun nicht gierig werden! „Gier ist gut“, sagte zwar schon Gordon Gecko, der Bösewicht aus dem Achtzigerjahre-Filmklassiker Wall Street. Gier frist Hirn, ist hingegen eine bekannte Börsenweisheit, denen schon so einige zum Opfer gefallen sind.

Für uns bedeutet das, wir dürfen zwar mehr wollen. Was wir aber nicht dürfen, ist beim Streben nach mehr unseren Verstand auszuschalten.

Warum nicht den Gebert Indikator mit einem ETF auf den MDAX umsetzen?

Also mal ganz rational: Der MDAX hat seit über zehn Jahren eine bessere Performence hingelegt als der DAX. Und sogar den SDAX hat der MDAX übertroffen. Trotzdem ist der Kursverlauf von DAX und MDAX praktisch identisch. Heißt: Wenn der DAX fällt, fällt auch der MDAX. Und wenn der DAX steigt, steigt auch der MDAX. Nur eben ein bißchen stärker.

Da könnte man doch auf die Idee kommen, sich ein paar extra Prozent zu gönnen und den Gebert Indikator mit einem ETF auf den MDAX umzusetzen. Oder zumindest testweise mit einem kleineren Sümmchen. Ausprobiert habe ich dies bisher noch nicht. Eine Überlegung ist es aber auf jeden Fall wert.

Fazit

Der Gebert Indikator hat historisch belegt eine unglaubliche Performence hingelegt. Laut dem Erfinder des Börsenindikators zwischen 1995 und 2018 sogar über 17% pro Jahr. Der Gebert Indikator ist dazu noch extrem leicht und emotionslos mit einem DAX-ETF umzusetzen. Außerdem hat er zuverlässig den Ausstieg vor allen großen Kursstürzen der letzten 25 Jahre ermöglicht. Die guten historischen Daten lassen vermuten, dass der Gebert Indikator auch in Zukunft funktionieren wird.

Mit dieser Anlagestrategie kommen wir der ersehnten Hängematte bestimmt ein gutes Stück näher. Bleibt uns zum Abschluss wenig mehr zu sagen als:

Danke Thomas Gebert!

 

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Kategorien: Investmentstrategien

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