Im Auftakt-Beitrag zu unserem finanziellen Masterplan hieß es bereits, dass wir uns in folgenden vier Bereichen optimal positionieren wollen:

  • Ausgabenkontrolle
  • Einkommensausbau
  • Investments
  • Steuern

In diesem Beitrag soll es um die Reduktion von vor allem unnötigen Kosten und den Ausbau unseres Einkommens gehen. Ziel ist unsere Sparquote anständig zu erhöhen. Denn wie heißt es so schön und vor allem richtigerweise: Reich wird man von dem Geld, was man nicht ausgibt.

In einem nächsten Schritt werden wir dann dieses Geld optimal für uns investieren und damit einen weiteren Einkommensstrom aufbauen.

 

Erster Schritt: Ausgaben senken

Wir haben ein großes Ziel! Aber irgendwo muss man anfangen.

Nach einem Studium steht man in der Regel mit leeren Händen da. Startet man dann endlich in den ersten richtigen Job, geht es bei vielen auch gleich richtig los. Nämlich in die falsche Richtung: Schulden machen ist angesagt.

Zum schicken, frisch angemieteten Apartment gesellt sich schnell der Leasing-BMW. Die Einrichtung kaufen wir auf Kredit. Discounter war gestern. Und überhaupt, man muss sich ja mal was gönnen. Urlaub machen wir auch nicht mehr mit dem Rucksack, sondern im All-Inclusive 5-Sterne-Resort. Man muss ja in die kurze Urlaubszeit, die einem jetzt noch bleibt, soviel Erholung und Spaß wie möglich reinpacken.

Nun aber keine Sorge. Ich will hier keine Lanze für ein Leben als Geizkragen auf allen Ebenen brechen. Da würden wir ja verkümmern, lange bevor die Bürogefängnispforten sich endlich wieder öffnen.

Es geht hier um das Bewusstsein dafür, dass alles Geld was Du nicht ausgibst, künftig für Dich arbeiten wird

Als Erstes müssen wir uns also Gedanken machen, wo wir sparen, ohne dass es uns wirklich weh tut.

Als ich nach dem Referendariat meinen Arbeitsvertrag unterschrieben hatte, stand erstmal ein Umzug an. Dazu suchte ich mir zunächst eine Unterkunft in der Nähe der Kanzlei. Denn mir war klar: Mit den Arbeitszeiten, die mich als frisch gebackenen Wirtschaftsanwalt erwarten würden, sollten auf keinen Fall lange Pendelzeiten hinzukommen. Um die Kosten gering zu halten und endlich mit dem finanziellen Auftürmen anzufangen, habe ich mich zunächst für eine WG entschieden.

Ich bin eigentlich kein WG Typ. Und mein damaliger Mitbewohner hat mich wirklich reichlich Nerven gekostet. Vermögensmäßig war dies jedoch die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Dort blieb ich fast zwei Jahre. Ich nutzte meine Möbel, die als Referendar ja auch gut genug gewesen waren, weiter und auch auf ein Auto verzichtete ich während dieser Zeit. Das fiel mir schon deutlich schwerer. Zur Arbeit fuhr ich mit der S-Bahn.

Meine Fixkosten, also: Warme Unterkunft, Nebenkosten, Internet und Telefon, Strom, Handy, Monatsticket und Versicherungen beliefen sich auf gerademal 700 Euro. Meine Sparquote nach den sonstigen monatlichen Ausgaben lag irgendwo bei 70% meines Nettogehalts. Statt mich vom Start weg über einen Leasing-Mercedes zu freuen, konnte ich so schon nach eineinhalb Jahren die Anzahlung für zwei kleine Eigentumswohnungen machen. Diese sind nun vermietet und zahlen sich über die Mieteinnahmen langsam aber stetig von selbst ab.

Solltest Du gerade erst in Deinen ersten richtigen Job starten, kann ich Dir nur wärmstens empfehlen, Deinen Lebensstandard nur langsam auszubauen. Nie wieder wird es Dir so leicht fallen, größere Summen zu sparen als wenn Du Dich erstmal an einen höheren Lebensstandard gewöhnt hast.

Bei der Kostenkontrolle geht es darum herauszufinden, wo Du Abstriche machen kannst, ohne dass es wirklich weh tut

Das ist nicht immer leicht, weil der Mensch nun mal dazu tendiert, soviel Geld auszugeben wie ihm zur Verfügung steht. Anderseits kannst Du bei den Dingen enorm viel Geld sparen, die Dir nicht wichtig sind.

Das Geld was Du dann sparst und nicht ausgibst, fließt sofort zu Deinem Portfolio – dem Geldmagneten. Dieser wird dadurch immer stärker werden und immer mehr Geld für Dich verdienen. Die Zinseszinsmaschine kommt langsam ins Rollen.

Einsparungen sind zum Beispiel möglich bei der Unterkunft, Versicherungen, Elektronik, Handy, Auto und vielem mehr. Allein durch die Nutzung eines Vergleichsportals wie Verivox oder CHECK24 kannst Du mit wenigen Klicks Deine Versicherungsprämien, Nebenkosten wie Gas oder Strom, Handykosten und vieles mehr optimieren, sprich senken. Der regelmäßige Stromanbieterwechsel lohnt sich meist schon, weil man vom neuen Anbieter häufig einen Willkommensbonus erhält. Diese Vergleichsportale nutze ich selbst zur Optimierung meiner Fixkosten.

www.verivox.de


CHECK24 - Partnerprogramm

Weitere Einsparmöglichkeiten finden sich zum Beispiel bei Restaurantbesuchen, Lieferservices, Einkauf, Urlaubsplanung oder Kleidung. Es geht dabei nicht darum auf alles zu verzichten und sich nichts zu gönnen, sondern die Sachen, die einem weniger wichtig sind einzusparen und beim Rest einfach cleverer einzukaufen als die Meisten.

 

Zweiter Schritt: Steigere Dein Einkommen und finde weitere Einkommensquellen

Zum Start in das Erwachsenenleben gehört die Einsicht, dass man nun auf eigenen Beinen steht. Solltest Du nicht aus begütertem Hause kommen, welches Dir ein Leben als Tochter oder Sohn in Saus und Braus ermöglicht, dann bedeutet dies: Du brauchst erstmal einen Job. Hier wirst Du leider eine ganze Menge Deiner Zeit verbringen müssen. Genauer gesagt:

Im Job verkaufst Du Deine Zeit gegen Geld. Schritt eins bei diesem Handel wäre, dass Du Deine Zeit so teuer wie möglich verkaufst

Sicher gibt es auch Unternehmen, die andere Vorteile bieten als bloß ein hohes Gehalt. Hier musst Du allein Deine Entscheidung treffen, was für Dich zählt. Für mich war nach dem harten und langen Studium und Referendariat erstmal klar, dass ich meine Zeit künftig so teuer wie möglich verkaufen werde. Daher in meinem Fall Großkanzlei. Sollte es sich irgendwann als unerträglich herausstellen, dachte ich damals wie heute auch, müsste ich eben die Konsequenzen ziehen und mich beruflich verändern.

„Wer wechselt, der kriegt mehr!“

So lautet eines meiner Lieblingsmottos zum Thema Karriere. Nach den ersten Jahren im Beruf hast Du einiges an Wert auf dem Arbeitsmarkt gewonnen. Die Einlernzeit ist vorbei, Du bist selbstständiger geworden, kannst mehr Aufgaben eigenverantwortlich bearbeiten als zu Zeiten als Du noch grün hinter den Ohren warst. Wahrscheinlich bist Du auch als Persönlichkeit gewachsen, weil Du Dich in den letzten Jahren vielen neuen Herausforderungen gestellt und diese gemeistert hast. Das wissen auch andere Arbeitgeber.

Etwa alle zwei bis drei Jahre ist die Zeit gekommen seinen aktuellen Marktwert zu testen und einen Wechsel in Betracht zu ziehen. Denn wer wechselt, kriegt mehr!

In der Regel ist es nun einmal so, dass man beim Wechsel in ein anderes Unternehmen mehr zusätzliches Gehalt rausschlagen kann. Dies ist meist gewinnbringender als der Versuch in seinem Unternehmen eine Gehaltserhöhung auszuhandeln. Dein Arbeitgeber hat nun mal ein Interesse daran, Deine gute Arbeitsleistung auch künftig zum gewohnt günstigen Preis einzukaufen. Entsprechend geizig wird er mit Lohnerhöhungen sein.

Aber auch wenn Du am Ende doch nicht wechselst, kann die bloße Ankündigung von einem lukrativen Angebot bei einem anderen Unternehmen in der nächsten Gehaltsverhandlung ein wunderbarer Hebel sein. Im Angesicht des drohenden Abgangs öffnet sich dann häufig doch noch wie von Zauberhand die Schatulle, welche zuvor fest zugenagelt schien. Diese wird Dich nun umso reichhaltiger belohnen als feststeht, dass andere Unternehmen Deinen Marktwert offensichtlich höher einschätzen.

Überhaupt gilt, wer gut ist in seinem Job und jederzeit bereit zu gehen, kann mehr verlangen als derjenige, der auf Sicherheit spielt und gerne den Weg des geringsten Widerstandes geht

Das gilt auch insbesondere für Euch da draußen, Ladys! Verzeiht mir bitte diesen Hinweis. Keinen möchte ich damit angreifen. Mir ist aber schon häufig aufgefallen, dass insbesondere Frauen dazu neigen schneller ein Angebot anzunehmen, weniger zu feilschen und mehr auf Sicherheit zu spielen, wenn es um berufliche Veränderungen geht. So wie ich es sehe, ist den Jungs am Ende meist die Kohle das Allerwichtigste. Für die Mädels sind es daneben Faktoren wie gewohntes Arbeitsumfeld, die netten Kollegen und weniger Risiko bei beruflichen Veränderungen tendenziell wichtiger. Dies ist auch vollkommen okay,, solange es Dich glücklich macht.

Am Ende gilt aber für alle: Kenne Deinen Marktwert, sei bereit für Veränderungen und verhandle selbstbewusst. So holst Du am meisten für Dich raus.

Durch die Senkung Deiner Ausgaben und die Steigerung Deines Lohneinkommens, kannst Du Deine Sparquote schon ordentlich auf Vordermann bringen. Als Nächstes beschäftigen wir uns mit dem Investieren unserer Ersparnisse und dem Aufbau eines Einkommensstroms aus unseren Investments. Um den Ausstieg aus dem Hamsterrad noch früher möglich zu machen, werden wir uns auch die Bedeutung von Nebeneinkommen ansehen.

Hier geht es zu Teil 2 des Masterplans zur finanziellen Freiheit.

 

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