Im Auftakt-Beitrag zu unserem finanziellen Masterplan hieß es, dass wir uns in folgenden vier Bereichen optimal positionieren wollen:

  • Ausgabenkontrolle
  • Einkommensausbau
  • Investments
  • Steuern

Im Beitrag Masterplan Teil 1 ging es um die Reduktion von vor allem unnötigen Kosten und den Ausbau unseres Einkommens mit dem Ziel unsere Sparquote ordentlich zu erhöhen.

„Wenn das Geld erst kommt, kommt es meist in Sturzbächen“

Habe ich mal irgendwo gelesen. Damit dies aber kein Traum bleibt, sondern eines Tages Wirklichkeit wird, müssen wir unser Geld für uns arbeiten lassen statt umgekehrt. In diesem Beitrag soll es also um den Aufbau von Kapitaleinkommen als weiteren Einkommensstrom neben unserem Job gehen. Um bei der Flucht aus der Bürohölle noch zusätzlich den Turbo zu zünden, werden wir uns anschließend mit dem Aufbau von Nebeneinkommen beschäftigen.

 

3. Schritt: Investieren unserer Ersparnisse

Nachdem wir unsere Sparquote auf Vordermann gebracht haben, landet nun Monat für Monat ordentlich Cash auf unserem Depotkonto. Dieses Geld soll zukünftig so richtig schuften. Und zwar für uns. Also müssen wir unsere Ersparnisse in regelmäßigen Abständen investieren.

Die absolute Grundlage, die Basis für unseren Depotaufbau, ist das konsequente Investieren in ETFs

Keine andere Investitionsstrategie bietet uns die Möglichkeit so günstig und so breit gestreut in Aktien namenhafter Unternehmen aus verschiedenen Branchen auf der ganzen Welt zu investieren. Kaufe Dir zum Beispiel regelmäßig Anteile eines ETF auf den MSCI World Index und Du investierst mit nur einem Indexfonds in 1600 der größten Unternehmen aus 23 Industrieländern auf der ganzen Welt. Das ist Diversifikation!

Ziehe diese einfache Strategie durch und wenn nicht die ganze Welt untergeht, werden bei einem langen Anlagehorizont durchschnittlich 8 bis 10% Rendite Dein Depot nach vorne bringen. Ausführliche Infos findest Du in dem Beitrag Wie wäre es mit 8 bis 10% pro Jahr ohne Stress? – investiere in ETFs. Einige geeignete ETFs habe ich im Beitrag ETF – Worin soll ich investieren? vorgestellt.

Egal ob die Börsen gerade hoch oder niedrig stehen. Das regelmäßige Zukaufen von ETF-Anteilen großer Indizes bildet eine super Basis für den Vermögensaufbau. Für den Großteil aller privaten Investoren stellt dies meiner Meinung nach sogar die Ideallösung dar.

Wir müssen dabei ja nicht alles auf eine Karte setzen

Im Prinzip ist das konsequente Investieren in ETFs vollkommen ausreichend, um nachhaltig und ohne großen Aufwand Vermögen aufzubauen. Wer aber Spaß an verschiedenen Strategien hat und sich generell gerne mit dem Thema Investment beschäftigt, kann versuchen seine Rendite weiter zu optimieren.

Ich selbst verfolge parallel mehrere Anlagestrategien gleichzeitig. Dabei setze ich ausschließlich auf Strategien, die bei konsequenter und emotionsloser Umsetzung nachweislich funktionieren.

Einen Teil meiner Ersparnisse investiere ich auch nicht sofort, sondern spare ihn Cash im Depotkonto an. Sollte in den nächsten Jahren ein Crash kommen – und der kommt immer, genauso wie der nächste Boom – dann möchte ich an der Börse auf ausgiebige Shoppingtour gehen. Denn dann wird es die schönsten Sonderangebote an Qualitätsaktien und ETFs seit langem geben.

Sobald es das nächste mal soweit ist, werde ich bedenkenlos zugreifen, während auf allen Nachrichtenkanälen der Weltuntergang beschworen wird. In so einer Situation warnen dann die gleichen Kommentatoren vor dem Einstieg in den Markt, die gestern noch zu deutlich höheren Preisen ein Ende der Rallye nicht sehen wollten.

Wenn Du gerne mehr zum Thema Sparen für den Börsencrash lesen möchtest, dann schau doch mal hier rein. Meinen eigentlichen Schlachtplan für den nächsten Crash werde ich noch ausführlich vorstellen. Beim regelmäßigen Investieren in ETFs brauchen wir uns darüber aber keine Sorgen machen. Der Cost Average Effekt sorgt hier dafür, dass wir langfristig 8 bis 10% einsacken. Egal wie die Börsen aktuell gerade stehen. Siehe dazu auch an dieser Stelle.

„Emotionen haben an der Börse nichts verloren“

So lautet eine alte Börsenweisheit. Egal für welche Anlagestrategie Du Dich entscheidest, das Wichtigste ist dabei meiner Meinung nach Folgendes:

1. Die Strategie hat sich in der Vergangenheit über lange Zeit bewährt.

2. Die Strategie wird konsequent und emotionslos umsetzt. Je weniger Aufwand die von Dir gewählte Strategie erfordert, je mehr sie sich also passiv, möglichst sogar automatisiert umsetzen lässt, desto besser.

In Deutschland gibt es für private Anleger leider kaum Steuersparmöglichkeiten

Auch bei unserem Kapitaleinkommen spielt das Thema Steuern wieder eine Rolle. Allerdings sind unsere Möglichkeiten hier – wie sollte es in Europas Tretmühle Nummer 1 auch anders sein – äußerst begrenzt. Daher nur ganz kurz:

Von amerikanischen Verhältnissen, wie es so schön heißt, sind wir hier meilenweit entfernt. Leider! Amerikaner, die so genannte 401k Rentenpläne abschließen, können ihre Rentenbeiträge und die Anteile der Arbeitgeber auf einem steuerbegünstigten Depot ansammeln und investieren. Satt wie bei uns Dividenden und Veräußerungsgewinne jedesmal zu versteuern, können die Gewinne reinvestiert werden. Das ist ein enormer Vorteil, da der Zinseszinseffekt auf 30 oder 40 Jahre gigantisch ist und nicht zwischendurch durch eine Versteuerung verringert wird. Außerdem gibt es auch Möglichkeiten schon vor dem Rentenalter an das Vermögen zu kommen.

In Deutschland wird Dein Geld hingegen nicht für Dich angespart, sondern gleich weiter an die derzeitigen Rentner ausgezahlt. Ob wir mal etwas von all dem schönen Geld wiedersehen, was uns da geräubert wurde, steht in den Sternen. Verlassen kann man sich darauf sicherlich nicht.

Jammern bringt uns aber nicht weiter

Was uns bleibt, ist den zwar mikrigen aber steuerfreien Sparerpauschbetrag von 801 Euro jedes Jahr voll für uns zu nutzen. Natürlich sind 801 Euro jährlich keine Summen die uns auf unserem Weg aus der Bürohölle ordentlich Schub verleihen. Aber steuerfrei ist eben steuerfrei und damit einfach wunderbar.

Solltest Du noch ganz am Anfang Deiner Reise stehen, dürften ausschüttende ETFs gegenüber thesaurierenden ETFs dabei für Dich die bessere Wahl sein. Die Ausschüttungen werden bis zum Erreichen der 801 Eurogrenze nämlich nicht besteuert.

Sobald Dein Depot aber eine Größe von einigen zehntausend Euro erreicht hat, werden die Ausschüttungen eh im vierstelligen Bereich landen. Von da an sollte es mehr Sinn machen, sich auf thesaurierende ETFs zu konzentrieren. Da thesaurierende ETFs sämtliche Erträge reinvestieren, wächst Dein Anteilswert schneller. Und weil nichts ausgeschüttet wird, gibt es vorerst auch nichts zu versteuern. Hingegen ist der Wertzuwachs erst zu versteuern, wenn Du Deine Anteile irgendwann verkaufst. Dadurch kommt es zu einem Steuerstundungseffekt und der Zinseszinseffekt kann besser arbeiten.

 

4. Schritt: Aufbau von Nebeneinkommen

Dies ist vermutlich der schwierigste aber auch derjenige Schritt, welcher uns beim Ausstieg aus dem Hamsterrad am schnellsten nach vorne bringen kann.

Auch mit einer guten Sparquote wird die liebe Freiheit noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Der Aufbau von Nebeneinkommen sorgt dabei für zusätzliche Beschleunigung auf unserem Weg zur finanziellen Freiheit. Ganz abgesehen von den zusätzlichen Einnahmen, hat Nebeneinkommen aus unternehmerischer Tätigkeit nämlich auch eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber dem Einkommen aus dem Angestelltendasein:

Nebeneinkommen macht Dich unabhängiger von Deinem Job als Angestellter

Mit einem zweiten Standbein hast Du ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit im Rücken. Das mindert Stress und die Angst vor beruflichen Veränderungen. Auch ist erwiesen, dass Menschen, die nicht zwingend auf Ihren aktuellen Job angewiesen sind, eine steilere Karriere hinlegen als Angestellte, die zu allem Ja und Amen sagen müssen. Dies liegt vor allem daran, dass sie selbstbewusster ihre Interessen vertreten können. Ander dagegen diejenigen, die mit Angst vor dem Jobverlust als einziger Einkommensquelle durchs Leben gehen. Frei ist nun mal derjenige, der Optionen hat.

Dadurch, dass Du endlich mal nur für Dich und Deinen Erfolg arbeiten kannst, wirst Du auch zusätzliche Motivation schöpfen. Mit dem erfolgreichen Aufbau von Nebeneinkommen wirst Du mit der Zeit vielleicht auch im Job kürzer treten können, indem Du auf Teilzeit gehst. Oder Du schöpfst Zufriedenheit aus der astronomisch guten Sparrate, die jeden Monat auf Dein Depot fließt. In beiden Fällen würde es Dich aber Deiner Freiheit ein ganzes Stück näher bringen.

Ein weiterer Vorteil von unternehmerischem Nebeneinkommen: Weniger Abgaben!

Auf unternehmerisches Nebeneinkommen zahlst Du deutlich weniger Abgaben an Vater Staat. Anders als bei Deinem Lohneinkommen fallen hier nämlich keine Sozialabgaben an. Allein diese fressen ja schon unerhörterweise die ersten 20% Deines Bruttolohns auf. Außerdem kannst Du alle Ausgaben von der Steuer absetzen, die Deinem „Betrieb“ dienen.

Selbst wenn Du in der Anfangsphase mehr Verluste als Gewinne machst, werden die Verluste insoweit auch mit Deinem Arbeitseinkommen verrechnet. Von Deinen Gründungkosten bekommst Du also je nach Steuersatz bis zu 42% plus Soli mit der Steuererklärung erstattet.

Du erhältst zudem zusätzliche Steuervorteile, indem Du solche Gegenstände, die Du auch privat nutzt, von der Steuer absetzen kannst. Neues Notebook für Deinen Online-Shop gefällig? Von der Steuer absetzen. Bürobedarf, Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Drucker, Scanner, Maus, externe Festplatte, Regale, Fachliteratur für Dein Online-Business? Absetzen!

Einfach gesagt kannst Du alle Anschaffungen von der Steuer absetzen, die eindeutig Deinem Side-Business dienen, solange die betriebliche Nutzung nicht vollkommen untergeordnet ist (weniger als 10%)

Und laufende Kosten? Wie bspw. Shop-Gebühren, Hosting-Gebühren und so weiter? Absetzen. Das gilt generell auch für so genannte „gemischte Aufwendungen“. Also solche Ausgaben, die Deinem Business wie auch Dir privat nützen. Verdienst Du mit einem Online-Business Geld, ist ein Internetanschluss zwingend. Einen realistischen Anteil kannst Du also von der Steuer absetzen.

Hast Du in Deiner Wohnung vielleicht sogar ein kleines Büro, welches Du allein für Dein Business nutzt? Glückwunsch, nun kannst Du auch noch anteilig Miete, Strom und Heizung sowie die Inneneinrichtung Deines „häuslichen Arbeitszimmers“ (bis 1250 Euro pro Jahr) absetzen. Vorausgesetzt es ist wirklich Dein Arbeitszimmer. Da kommt Freude auf.

Weißt Du was ein Reiseblogger machen kann, der mit seinem Blog Geld verdient? Seine Reisen von der Steuer absetzen!

Ist das nicht eine geradezu fantastische Vorstellung?

Hoffentlich habe ich Dich bei diesem kleinen Steuerexkurs nicht verloren. Steuern sind tatsächlich ein anstrengendes Thema. Sie sind lästig und obendrein auch noch ein starker Gegner, den es auf unserem Weg zum Reichtum zu bezwingen gilt. Gerade deswegen lohnt sich aber umso mehr wenigstens ein Grundverständnis für Steuern in den wichtigsten Bereichen zu entwickeln. Erst wenn wir unseren Gegner kennen, können wir auch unsere Verteidigung optimal aufstellen.

 

Kleine Veränderungen können große Unterschiede bewirken

Mit jeder positiven Veränderung in den Bereichen Ausgabenkontrolle, Einkommensausbau, Investments und Steuern kommen wir dem Ausstieg aus dem Hamsterrad einen Schritt näher. Wenn wir in allen Bereichen für uns das Optimale herausholen, können wir im Laufe der Jahre wirklich Großes erreichen.

Die Ausgabenkontrolle, der Ausbau unseres Jobeinkommens und das regelmäßige Investieren sind für sich schon ausreichend, um als Teil der Generation Y deutlich früher mit dem Arbeiten aufzuhören als unsere Elterngeneration. Sollte einem das Ganze aber trotzdem nicht schnell genug gehen, wird man um den Aufbau von Zusatzeinkommen nicht herumkommen. Das ist zwar besonders anstrengend aber eben auch besonders lukrativ. Wie so oft gilt: Wäre es einfach, würden es alle machen.

 

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