Dieser Beitrag ist schwer. Jedenfalls fiel es mir schwer ihn zu schreiben. Schließlich bin ich selbst betroffen. Als Angestellter mit einer 50-Stunden-plus-Woche kenne ich die Phasen, in denen es wirklich hart ist die notwendige Motivation im Job zu finden.

Solange man dem Hamsterrad noch nicht entkommen ist, ist der Job die wichtigste, bei vielen auch die einzige Einnahmequelle. Das werden wir ändern. Klar ist aber: Unser Job ist und bleibt ein sehr wichtiger Baustein für unseren Masterplan zum Ausstieg aus dem Hamsterrad. Und da wir voraussichtlich noch eine ganze Weile darin strampeln müssen, ist Motivation im Job ein ganz besonders wichtiges Thema. Je mehr wir davon haben, desto leichter lassen sich die Jahre im Job bewältigen.

So merkwürdig es klingt. Aber eine der größten Herausforderungen, der wir uns stellen müssen, lautet schlicht: Jeden Tag zur Arbeit gehen

Eigentlich einfach, oder? Aber in der Realität kann es einen innerlich vollkommen fertig machen.

Hat man erstmal das Ziel des Ausstiegs aus dem Angestelltendasein für sich als lohnenswert und vor allem realistisch erkannt, ist in der Regel nämlich noch eine ganz schön lange Zeit im Job durchzustehen. Und gerade jetzt gibt es doch so viele Dinge, die man lieber täte. An seiner Investmentstrategie feilen. Oder sich am Aufbau eines Nebeneinkommens zu versuchen, was zusätzliche Unabhängigkeit verspricht. Der verlorengegangene Glaube, es wäre selbstverständlich und unabänderlich bis zur Rente schuften zu müssen, tut dann noch sein Übriges.

Sofern aber Deine – tatsächlich umgesetzte – Geschäftsidee nicht innerhalb kürzester Zeit durch die Decke gegangen sein sollte, wirst Du noch einige Jahre trotz Deiner edlen Selbstbefreiungsambitionen einfach weiter zur Arbeit gehen müssen.

Wann Du Deinen Job wechseln solltest

Natürlich gibt es Situationen, in denen ein Jobwechsel schon deutliche Linderung verschaffen könnte. Etwa wenn der Boss dermaßen inkompetent ist, dass man sich jeden Tag aufs Neue fragt, wie dieser Chef werden konnte. Und warum man nun für ihn wegen seiner Unfähigkeit jeden Tag Kindermädchen spielen muss. Kündigt jemand, kündigt er fast immer wegen dem Chef, habe ich mal irgendwo gelesen.

Frei ist aber derjenige, der Optionen hat. Findest Du Dich in der angesprochenen Situation wieder, könntest allerdings ohne Gehaltseinbußen den Job wechseln? Dann hol Dir ein besseres Angebot von einem anderen Arbeitgeber und kündige anschließend. Gleiches gilt, wenn Dein Job Dich wirklich krank macht. Oder Du Dir sicher bist, dass Du bei einer neuen beruflichen Herausforderung wieder deutlich mehr Motivation im Job finden würdest. Nutze aber die Gelegenheit beim Jobwechsel gleich noch mehr Gehalt rauszuschlagen. Wer wechselt, der bekommt mehr, ist eines meiner liebsten Karriere-Mottos.

Wir sind in einer schwierigen Lage: Wie mit Motivation genau das tun, was wir am liebsten gar nicht mehr tun würden?

Soviel zum Jobwechsel. Aber was machen wir in unserem aktuellen Job? Wie nehmen wir ein wenig von der Last der erdrückenden Notwendigkeit von unseren Schultern? Googelt man im Internet nach Motivation im Job, findet man viele Artikel mit reichlich Tipps, von denen viele bestimmt ihre Berechtigung haben. Jeder sollte sich eben das herauspicken, was ihm hilft. Statt nun aber alles Mögliche nach dem Motto viel hilft viel aufzulisten, möchte ich lieber von ein paar eigenen Erfahrungen berichten, die mir persönlich helfen mehr Motivation zu finden.

Auch wenn der Job nervt. Das Beste was Du daraus machen kannst lautet: Weiter – oder eben wieder – Gas zu geben

So merkwürdig es einem auch vorkommen mag, so sehr das auf halbe Kraft voraus in der Masse mitschwimmen auch als das geringste Übel erscheinen mag: Am wenigsten wirst Du im Hamsterrad leiden, wenn Du weiter bei der Arbeit Dein Bestes gibst.

Das Easy Going ist vermutlich der größte Gegner auf dem Weg zu mehr Motiviation. Es zieht Dich runter. Es lässt die Zeit unglaublich langsam vergehen. Du fühlst Dich schlecht dabei und vor allem: Es zieht Dich immer weiter in eine Abwärtsspirale, aus der man schwer wieder herausfindet. Weniger Motivation, weniger Engergie. Noch mehr Frust, noch mehr gefühlte Last.

Und jetzt auch noch mehr Gas geben? Wird das nicht anstrengender? Raubt es mir nicht zusätzliche Energie? Von der ich sowieso schon zu wenig habe? Die Antwort lautet: Nein.

Hast Du erstmal die Ärmel hochgekrempelt und in die Hände gespuckt, um bei der Arbeit wieder Gas zu geben, wirst Du Folgendes feststellen:

Die Arbeitszeit vergeht deutlich schneller. Du fühlst Dich besser, produktiver und damit auch wertvoller bei der Arbeit. Dein Lohn am Monatsende wird sich wieder als verdient und weniger wie Schmerzensgeld anfühlen. Klar, Du verdienst noch vielmehr. Aber es ist auf jeden Fall ein besseres, zufriedener machendes Gefühl nicht nur für seine verlorene Lebenszeit entschädigt zu werden, sondern zu wissen, dass man dieses Geld vollkommen zurecht verdient hat.

Das Gefühl bei der Arbeit vorangekommen zu sein, wird auch dazu führen, dass Du das Ganze als weniger belastend empfindest. Zusätzlich versuche ich mir immer wieder bewusst zu machen, wie sehr mich mein Job meinen Zielen näher bringt.

Am Ende läuft es darauf hinaus zu erkennen, dass kaum etwas so wichtig für Erfolg und das Meistern von Herausforderungen ist wie unsere eigene Einstellung.

Eine Methode, die mir angesichts großer Herausforderungen immer wieder geholfen hat neue Motivation zu finden, ist die Autosuggestion

Wikipedia beschreibt die Autosuggestion so:

„Autosuggestion (griechisch-lateinisch: Selbstbeeinflussung) ist der Prozess, durch den eine Person ihr Unbewusstes trainiert, an etwas zu glauben. Dies wird erreicht durch Selbsthypnose oder wiederholte Selbst-Affirmationen und kann als eine selbstinduzierte Beeinflussung der Psyche angesehen werden. Die Wirksamkeit der autosuggestiven Gedankenformeln kann durch mentale Visualisierungen (Imagination) des angestrebten Ziels erhöht werden. Der Erfolg der Autosuggestion wird umso wahrscheinlicher, je konsistenter und länger (bzw. öfter) sie angewendet wird.“

Ob, beim Zähneputzen, in der Dusche oder auf dem Weg zur Arbeit. Warum nicht beim Start in den Tag einen kurzen Moment nutzen, um die Seele vom Negativen zur reinigen und Platz zu machen für positive Gedanken. Tatsächlich können wir unser Denken und damit auch Fühlen steuern, indem wir uns selbst durch unsere Gedanken beeinflussen.

Ein Prinzip der Manipulation ist die Wiederholung. Was im Negativen leider allzu gut funktioniert und damit häufig missbraucht wird, kann man für sich auch ins Positive umkehren und nutzen. In der Regel funktioniert es so:

Was Du immer und immer wieder hörst, wird nach und nach Dein Unterbewusstsein und schließlich Deine Gedanken beeinflussen bis Du schließlich selbst daran glaubst

Diese Beeinflussung muss nicht von außen kommen. Du kannst Dir auch selbst immer wieder sagen, was für Dich wahr werden soll. Du brauchst es noch nicht einmal auszusprechen. Es mit Deiner inneren Stimme zu denken funktioniert genauso gut.

Überlege Dir einfach wie Du Dich bei der Arbeit sehen möchtest. Wer willst Du sein. Wie würdest Du Dich am liebsten dabei verhalten. Und wie willst Du Dich fühlen? Möchtest Du stark sein, kompetent, frei von jeder Last und Selbstzweifel? Stattdessen unerschütterlich, selbstbewusst, unbelastet? Der Fels in der Brandung? Einfach jemand, der es anpackt und voller Optimismus in die Zukunft schaut? Dann sage Dir doch einfach mal genau das. Und wiederhole es. Auch so kann man Motivation im Job herstellen.

„Ich bin kompetent, motiviert, ein Macher – mein Erfolg ist gesichert“

So lautet mein ganz persönliches Motto, welches ich hier mit Dir teile. Klingt ein wenig albern? Mag sein, effektiv ist aber trotzdem. Probiere es doch mal eine Weile für Dich aus, es hört ja niemand zu.

Am besten ist aber, wenn Du Dein eigenes ganz individuelles Motto für Dich herausfindest. Dieses sollte nicht zu lang sein und es sollte für Dich einen tieferen Sinn haben. Wenn es zum Beispiel am Ende meines Mottos heißt „mein Erfolg ist gesichert“, so ist das kein bedeutungsloses Tschakka Tschakka. Stattdessen zielt es genau darauf Ängste angesichts der Herausforderungen, die das Leben und auch die hohen Ziele mitbringen, die ich mir selbst gesetzt habe, gar nicht erst entstehen zu lassen.

Zurück zu Deinem Motto

Hast Du ein bis drei Mottos gefunden, die zu Dir passen? Dann rufe Dir diese einmal am Tag fünf bis zehn Mal hintereinander ins Gedächtnis. Sage sie Dir selbst mit voller Überzeugung und glaube daran. Stell Dir dabei vor, wie Du Dich sehen und fühlen willst.

Diese Methode kannst Du übrigens genauso gut auch auf andere Bereiche anwenden, auf denen Du Dich verbessern oder Ängste und Sorgen loswerden möchtest. Allein um mehr als drei bis vier Baustellen geleichzeitig würde ich mich nicht kümmern.

Fazit

Auch wenn wir unseren Job lieber gestern als heute komplett an den Nagel hängen würden, ist es unsere Einstellung, die ganz wesentlich darüber entscheidet, wie nervtötend und belastend wir die noch zu überstehenden Jahre erleben. Indem wir uns bewusst dafür entscheiden wieder mehr Gas zu geben, werden wir ein besseres Gefühl bei der Arbeit haben. Unsere neu gefundene Motivation im Job wird zudem die Arbeitszeit schneller vergehen lassen.

Durch Autosuggestion können wir uns zusätzlich motivieren, sind belastbarer und stärker angesichts der Herausforderungen, denen wir uns auf unserem Weg in die finanzielle Freiheit stellen müssen.

Sollten wir dennoch an den Punkt kommen, dass nur ein Jobwechsel neue Motivation im Job verspricht oder notwendig wird, um uns vor dem schleichenden Office Tod zu schützen, sollten wir aber die Gelegenheit nutzen, um mehr Geld für uns herauszuschlagen.

In diesem Beitrag ging es um unsere Einstellung. An anderer Stelle werden wir uns mit ganz praktischen Möglichkeiten zur Optimierung unseres Arbeitsalltags beschäftigen. Ein weiteres Thema wird auch die Verbesserung unserer Work Life Balance sein.

Was denkst Du über Motivation im Job? Und was sind Deine Erfahrungen?

 

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Vielen Dank!

 


3 Kommentare

Weronika · 10/03/2018 um 19:42

Inspirierender Beitrag! Werde kommenden Montag daran zurückdenken, wenn es wieder heißt sich für die anstehende Woche zu motivieren…

Ex-Studentin · 03/04/2018 um 7:40

Mir ist die Motivation dieses Jahr abhanden gekommen. Komme auch von einer 50h-Woche. An Silvester wurde mir klar: Entweder es ändert sich was oder ich kündige. Deswegen habe ich nun die Stunden reduziert und viel Urlaub geplant. Da ich mit 35h keine Projekte mehr leiten kann, schwimme ich ohne wirkliche Funktion im Team. Auf Dauer muss ich mir also was Neues suchen. Motivation durch Resignation.

    Geldhamster · 03/04/2018 um 12:00

    Hallo Jennifer,
    ich glaube Du machst das schon ganz richtig. Ich selbst tue mir die 50h-Wochen auch nur an, weil sie mich meinen Zielen näher bringen. Sobald ich aber wie Du merken sollte, dass es so nicht weitergeht, werde ich etwas ändern.

    Ich habe auch schon darüber nachgedacht, irgendwann vielleicht auf 80% Teilzeit zu gehen und nur noch 4 Tage die Woche zu arbeiten. Dann kommt aber wieder das, was ich „Karriere-Machen-Müssen“ nenne, ins Spiel. Du schreibst, Du schwimmst ohne richtige Funktion im Team. So kann man das wahrscheinlich auch nennen. Das Hamsterrad will eben, dass wir uns so richtig abrackern.

    Die Zeit der Generation Abrackerer geht aber so langsam zu Ende. Bald werden sie sich nach unseren Vorstellungen richten müssen. Heißt mehr work-life-balance, flexiblere Arbeitsmodelle und Strukturen, mehr Homeoffice und insg. kürzere Arbeitszeiten 😉 In meiner Branche ist es jetzt auch schon so, dass die Großkanzleien immer weniger Nachwuchs finden, weil die jungen Absolventen trotz gutem Einkommen einfach keinen Bock auf 60h/Woche und ständige Erreichbarkeit haben…

    Ich denke man sollte einfach seinen Lebenslauf im Blick halten und sich ansonsten nicht zu viel Sorgen machen. Wenn Dein derzeitiges Arrangement noch eine Weile funktioniert und Du damit leben kannst, dann behalte das bei. Sollte sich zwischenzeitlich eine bessere Möglichkeit auftun, greif zu. Wenn es an der Zeit ist etwas neues zu suchen, wirst Du das schon spüren. Eine zwischenzeitliche Stundenreduzierung muss man ja nicht in den Lebenslauf schreiben, sodass ein Wechsel später kein Problem sein sollte 😉

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